Internet und digitale Technik verändern unsere Welt so radikal, dass dies nur mit Meilensteinen in der Geschichte der Menschheit wie der Erfindung des Buchdrucks oder der Industriellen Revolution vergleichbar ist.

Jeder kommt mit dem Internet in Berührung, entweder weil er es nutzt oder weil er merkt, dass Angebote, Märkte, Dienstleistungen dorthin abwandern und nicht mehr in der gewohnten Form in der realen Welt verfügbar sind. Aber nur wenige haben auch nur eine grobe Vorstellung davon, wie stark Internet und Digitalisierung Wirtschaft, Gesellschaft und Recht verändern und was die Zukunft noch bringen wird.

Noch weniger Menschen haben die Fähigkeiten und das Selbstvertrauen, ihren Weg in diese neue Welt selbst zu suchen und dabei kreativ und kritisch zu sein. E-Mails verschicken und Informationen googeln zu können und in einem sozialen Netzwerk aktiv zu sein, bedeutet noch keine Medienkompetenz.

Darum rufen wir Menschen, die sich beruflich oder im Studium mit dem Internet und digitalen Technologien beschäftigen, dazu auf, in die Schulen zu gehen und mit Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern zu reden. Über ihre alltägliche Arbeit, über das Leben mit dem Internet. Über Vorteile, Risiken und Nebenwirkungen sozialer Netzwerke. Über neue Möglichkeiten, kreativ zu sein. Über neue Formen der Arbeit und der Zusammenarbeit. Über die Zukunft der Kreativwirtschaft und anderer Wirtschaftszweige. Über die Zukunft der Wissensvermittlung und den Kampf ums Urheberrecht.

Die Grundstruktur der Einstiegs-Stunde sollte im Allgemeinen eine Präsentation mit anschließender Diskussion oder auch nur eine Diskussion sein. Es sollte kein Computerkurs sein, nicht einmal Internetzugang ist erforderlich. Das mag angesichts des Themas paradox klingen. Der persönliche Kontakt und das persönliche Gespräch sollen aber beim Erstkontakt den Vorrang haben, darum muss zunächst über das Internet geredet werden, bevor eventuell damit oder darin gearbeitet wird.

Es wäre natürlich erwünscht, aber in keiner Weise vorgegeben, dass sich daraus dann Projekte entwickeln, bei denen die Schüler aktiv mitmachen können, oder dass einzelne Schüler oder Gruppen im Gegenzug in Unternehmen eingeladen werden. Vielleicht wird der Gast auch gebeten, einen weiteren Vortrag bei einer Abendveranstaltung zu halten, zu der weitere Lehrer und/oder Eltern eingeladen sind.

Das Ziel der Initiative ist es, durch sachliche Information Medienkompetenz zu stärken, Schüler auf die stattfindenden und zukünftigen Umwälzungen von Wirtschaft und Gesellschaft vorzubereiten, auf neue Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Diffuse Ängste sollen abgebaut werden und stattdessen ein aufgeklärtes Bewusstsein für Gefahren geschaffen werden.

Letztlich geht es darum, dringend nötige Debatten über wirtschaftliche, gesellschaftliche und rechtliche Folgen und Fragen der neuen Technologien in die Mitte der Gesellschaft zu tragen und dabei das Niveau der Diskussion zu heben.