Aktuelles Dezember 2010
December 3, 2010 in Nachrichten von Ulrike Elteste
Liebe Schule 2.0-Interessierte,
hier ein kleiner Bericht über unsere Aktivitäten im vergangenen Jahr.
Erste Schritte
Die ersten Monate vergingen damit, eine „kritische Masse“ interessierter IT-/Internet-Profis zu finden und mit ihnen gemeinsam die ersten Ideen für konkrete Workshops und Vorträge zu entwickeln. Daraus sind die Kurzkonzepte entstanden, die auf der Schule 2.0-Website unter „Angebote der Professionals“ und in der Xing-Gruppe unter der gleichnamigen Rubrik aufgelistet sind. Diese Angebote bilden nicht einmal ansatzweise alle Kompetenzen unserer Netzwerker ab, sie sind jedoch ein wichtiges Mittel, um Interessenten aus dem Bereich Schule und Bildung einen ersten Eindruck davon zu vermitteln, wer wir sind und was wir anbieten.
Darum freue ich mich über jedes weitere Kurzkonzept und stehe auch weiterhin gern zur Verfügung, wenn jemand ein Konzept im gemeinsamen Brainstorming mit mir entwickeln möchte.
Das Angebot „Professionelles Layout“ ist zu unserer Freude von der Frankfurter Musterschule aufgegriffen worden. Referent Marcus Bonszkowski und Philip Verplancke (Kaleidoskop Frankfurt, Ganztagsangebot an der Musterschule) haben ein Konzept für einen mehrteiligen Workshop entwickelt, an dem sechs Schüler teilnehmen werden. Im Rahmen dieses Projekts wird das Jahrbuch der Musterschule erstellt werden.
Falls weitere Referenten Veranstaltungen abgehalten haben, über die sie berichten möchten, freue ich mich über eine Nachricht. In der Xing-Gruppe können Sie den Bericht gern auch selbst veröffentlichen.
Die meisten der Schule 2.0-Netzwerker kommen derzeit aus dem Raum Frankfurt; Interessierte aus anderen Regionen sind aber herzlich eingeladen, und Sie können als Lehrperson auch dann Interesse an Veranstaltungen signalisieren, wenn Sie nicht aus dem Raum Frankfurt kommen!
Formale Aufnahmevoraussetzungen bestehen nicht, wir sind nicht mehr und nicht weniger als ein informelles Netzwerk zum Austausch von Erfahrungen, Ideen und Kontakten. Was daraus im Einzelfall wird, ist der Initiative der Einzelnen vor Ort überlassen.
Wie weiter?
Alle Netzwerker sind aufgefordert, unsere Angebote unter Lehrern – und auch Eltern – bekannt zu machen, damit weitere Veranstaltungen zustande kommen können. Seien Sie Botschafter von Schule 2.0:
- Berichten Sie Ihren Bekannten – besonders Lehrern, Eltern von Schulkindern und IT-Profis – von Schule 2.0,
- gehen Sie zu Veranstaltungen zum Thema und melden Sie sich zu Wort,
- geben Sie die Links weiter, über die unsere Angebote abrufbar sind,
- laden Sie Leute zu http://schulezweinull.de und in die Xing-Gruppe ein.
Die Lehrer/innen unter den Interessenten bitten wir darüber hinaus, uns Anregungen für weitere Veranstaltungen zu geben. Was könnte Sie, Ihre Kollegen/-innen oder Ihre Schüler und Schülerinnen interessieren? Vielleicht haben Sie als medien- und IT-erfahrener Lehrer auch Interesse, gemeinsam mit einem „Professional“ ein Konzept zu entwickeln? Wir suchen derzeit zum Beispiel Anregungen für pädagogisch wertvolle Workshops oder Vorträge zum Thema “location-based services – Chancen, Risiken und Nebenwirkungen”, ein interessierter Profi ist vorhanden.
Weiter möchten wir im Bereich der Lehrerfortbildung Fuß fassen. Falls jemand Kontakte zu einer Institution hat, die beim IQ Hessen oder ähnlichen Instituten aus anderen Bundesländern bereits akkreditiert ist, möge er/sie sich doch bitte bei mir melden. (Selbstbeschreibung: “Das hessische Institut für Qualitätsentwicklung (IQ) ist eine Evaluationsagentur, die landesweit und auf allen Ebenen die Qualitätsentwicklung im hessischen Bildungswesen unterstützt. Die Eigenverantwortung und Freiheit von Schulen zu fördern und entsprechende Strukturen im Bildungssystem aufzubauen, ist ein zentrales Anliegen des IQ.”)
Beim IQ akkreditierte Anbieter können ihre Veranstaltungen in den Katalog des IQ aufnehmen lassen, und die Lehrer erhalten für den Besuch der Veranstaltung Fortbildungspunkte.
Besonders wichtige Ansprechpartner sind auch Schulleiter. Sie können schulinterne Fortbildungen ansetzen, für die die Lehrer ebenfalls die begehrten Fortbildungspunkte erhalten. Zudem erhalten sie derzeit zunehmend mehr Kompetenzen und haben vielfach bereits die Möglichkeit, Personen ohne Lehrerausbildung mit bestimmten Aufgaben zu betrauen, sei es als Angestellte oder auf Projektbasis.
Mein Ziel ist es außerdem, die Kontakte unter den Netzwerkmitgliedern zu stärken durch reale Treffen. Leider sind die letzten “Weltverbesserer”-Stammtische dem Arbeits-Stress zum Opfer gefallen. Wir möchten diese aber im neuen Jahr wieder aufnehmen. Es bietet sich auch an, vor oder nach den einzelnen Veranstaltungen eine „Preview“ oder eine Nachschau im engeren Kreis der Schule 2.0-Referenten zu veranstalten. Wir können auch voneinander viel lernen! Auch deshalb freue ich mich über jede Nachricht über weitere Veranstaltungen, die geplant sind oder stattgefunden haben.
Andere interessante Initiativen
Bei unseren Gesprächen stießen wir auf eine Vielzahl anderer interessanter Initiativen und Netzwerke. Eine Auswahl:
Eine Initiative der IT-Industrie ist „erlebe IT“ , sie schickt „IT-Scouts“ in die Schulen, um dem absehbaren, massiven Nachwuchsproblem der IT-Branche entgegenzuwirken. Die Überschneidungen mit Schule 2.0 sind offensichtlich, soweit es um die Vermittlung von Fertigkeiten geht. Wir legen jedoch zugleich einen Schwerpunkt auf Aufklärung und Reflexion. Zudem wenden wir uns an alle, nicht nur an diejenigen, die für eine Tätigkeit in der IT-Branche in Frage kommen. Wir möchten alle über den Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft informieren, weil das Thema alle angeht.
Für manchen von Ihnen ist es vielleicht sinnvoll, sich auch bei „erlebe it“ als IT-Scout zu registrieren. Man erhält dort zur Unterstützung Materialien, und gelegentlich werden auch Seminare zu Fachthemen angeboten. Mit dem Projektleiter, Herrn Michael Zeisberger, stand ich im Sommer in Kontakt, er zeigte sich sehr hilfsbereit und an Schule 2.0 interessiert. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank!
HR online hat kürzlich das Projekt „Frankfurt gestalten“ vorgestellt . Initiator Christian Kreutz bietet auch über Schule 2.0 Vorträge an. Hauptberuflich ist Christian Berater in Sachen Web 2.0, „Frankfurt gestalten“ ist eines der Vorzeigeprojekte für Open Data, digitale Demokratie und Datenjournalismus in Deutschland.
Das Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt bietet eine Vielzahl interessanter Workshops an, darunter auch solche, die mit unseren Themen zusammenhängen. Ein Mitarbeiter des pme Familienservice (), Matthias Faber, hat im Sommer im Rahmen des Ferienprogramms des Familienservice und anlässlich der Ausstellung des MAK über den Designer Dieter Rams einen Workshop veranstaltet, bei dem die Kinder nach dem Besuch der Ausstellung Modelle eigener Geräte bauten und ihre eigenen Design-Vorstellungen per Videocast päsentierten. Den Teilnehmern sollte dabei insbesondere vermittelt werden, wie Designer durch bereits Vorhandenes inspiriert werden, darauf fußend selbst Neues schaffen und dieses wieder Anknüpfungspunkt und Grundlage für weitere Schöpfungen werden kann. Matthias Faber hat Pädagogik und Kulturanthropologie studiert, sein besonderes Interesse gilt dem Konzept Globales Lernen (Einführung hier: ).
Das Frankfurter Gamelabor haben wir bereits vorgestellt. Es hat eine beeindruckende Anzahl an Akteuren aus den Bereichen Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Bildung zusammengebracht mit einem sehr intelligenten Ansatz. Leider hätte man sich mehr teilnehmende Schüler und Schülerinnen gewünscht, die heutigen Teenager haben neben ihrem sehr vollen Stundenplan kaum noch Zeit für zusätzliche Projekte. (Bei Schule 2.0 ist es daher unser Ziel, primär Veranstaltungen oder Know-how anzubieten, das den regulären Unterricht bereichert, und zwar nicht nur den Informatik-Unterricht.)
Ich hoffe sehr, dass das Projekt Gamelabor angesichts des starken Interesses von Schulen und Behörden am Gefahrenpotenzial von Computerspielen wieder an Fahrt gewonnen hat, da es Wege aufzeigt, virtuelle und reale Welt zu verknüpfen.
Eine Fülle interessanter Beiträge und Materialien findet sich auf der Seite http://it-material.de/ von Michael Schöttler aus Berlin. Er berichtet von zahlreichen Lesern und Seitenaufrufen, aber so gut wie keinen Wortmeldungen oder Kommentaren von Lehrern. Möglicherweise besteht für die Lehrer das Problem, dass die Materialien noch kombiniert und weiterentwickelt werden müssen, teilweise auch Hintergrundwissen erforderlich ist, um sie im Unterricht einzusetzen.
Bei den Veranstaltungsangeboten, für die wir auf Schule 2.0 Kurzkonzepte entwickelt haben, sind wir umgekehrt vorgegangen und haben zuerst eine grobe Idee einer Veranstaltung entwickelt, die dann bei Interesse auf das jeweilige Publikum zugeschnitten werden soll. Diese unterschiedlichen Ansätze könnten sich durchaus ergänzen.
Die Frankfurter Wöhlerschule hat ein besonders fortschrittliches Medienkonzept und schon einige externe Referenten zu Gast gehabt. Vielleicht stoßen auch wir dort auf offene Ohren. Leider gab es dort im November einen Brand. Ich wünsche den Lehrer/innen und Schüler/innen der Wöhlerschule, dass sie mit den Folgen nicht mehr lange zu kämpfen haben werden.
Einen schönen und nicht zu hektischen Jahresausklang wünscht Euch und Ihnen allen
Ulrike Elteste

